Mit Luke Slater zum Egopoint
Eigentlich sorgt Luke Slater in schöner Regelmäßigkeit mit funky Techno für die Abfahrt auf dem großen Floor des Berghains. Aber der Engländer war schon immer vielseitig und umtriebig. Neben knackigem Freek-Funk und Strom-Techno als Planetary Assault Systems veröffentlichte er Anfang der 1990er Ambient- und Experimental-Techno unter den Namen 7th Plain. Für Egopoint, dem neuen Tanzstück von Nadja Saidakova mit neun Tänzern des Staatsballetts Berlin, hat er das Projekt nach 15 Jahren wieder zum Leben erweckt. Für die einstündige Aufführung hat Luke Slater alte Tracks genommen und neue geschrieben.
Premiere ist am 28.11.2009 21h im Rahmen der Spielzeit Europa der Festspiele Berlin. Zweite Vorstellung am 28.11.2009 21h. Lest, was Luke Slater BLN.FM über seine Arbeit am Ballett erzählt hat – den Link zur Verlosung der Freikarten findet Ihr ganz am Ende des Dokumentes!
Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, Berlin-Wilmersdorf, U-Bahn: Spichernstraße

Tim Thaler im Gespräch mit Luke Slater (englisch):
Wie die Zusammenarbeit zwischen Luke Slater und Tänzerin und Choreografin Nadja Saidakova zustande kam:
Luke Slater und Primaballerina und Choreografin Nadja Saidakova lernten sich in Vorbereitung von “Shut Up And Dance” im Berghain kennen. Dafür sprach das Berghain auch Luke Slater an: Techno-Produzenten sollten die Musik für die Performance des Staatsballetts Berlin liefern. Luke dachte spontan an die Aufnahmen seines experimentellen Ambient-Projekts 7th Plain – auch wenn er nicht wusste, wie das ganze am Ende aussehen wird. Beim Stichwort Ballett dachte er ausschließlich an “Schwanensee”. Es wurde etwas anderes draus: ein modernes Tanzstück. Die verwendete Musik blieb authentisch: sie konnte schlicht bleiben wie sie ist. Luke fand die seltene Gelegenheit die Musik, die er seit 20 Jahren produziert und spielt in einem neuen Bereich außerhalb der Clubs einzubringen, großartig, .
Wie die Zusammenarbeit mit der Choreografin Nadja Saidakova lief:
Beim Projekt war keiner der Chef. Luke traf vor “Shut Up And Dance” nie eine professionelle Ballerina, als Nadja damals das Projekt im Berghain vorbereitete, wusste sie kaum etwas über die Techno-Szene. Als sie dann 4 Uhr morgens auf der Tanzfläche stand, war das ein Schritt heraus aus ihrer bekannten Welt. Dennoch hat Luke großen Respekt vor ihr, weil sie zu den Menschen gehört, die ihr ganzes Leben einer bestimmten Leidenschaft widmen. Das fordert Opfer. Nadja sieht es wahrscheinlich genau so – bloß andersherum. Nadja und Luke sind nach wie vor in unterschiedlichen Welten unterwegs. Doch beim experimentellen Ambient von 7th Plain können sie zusammenkommen.

Wie der kreative Prozess für das neue Stück Egopoint lief:
Nadja fragte Luke bei einer Tasse Tee nach Musik für ihre neue Tanz-Produktion, weil sie die Ambient-Stücke von 7th Plain so mochte. Als Luke in sein Studio zurückkehrte, sammelte Fragmente der älteren Stücke zusammen. 1994 lief die Musik noch als intelligent techno, aber die Zeiten haben sich geändert – deshalb nahm Luke das Material, wie er es Mitte der 1990er liegen gelassen hatte und veränderte es. Dabei ging Luke davon aus, dass Nadja in der Musik bestimmte Fixpunkte für ihre Choreografie auf der Bühne braucht. Gleichzeitig wollte Luke, dass seine Musik ihre Authentizität behält und unterscheidbar von seiner Clubmusik als Planetary Assault Systems ist. Der anstrengende kreative Prozess dauerte ungefähr zwei Monate.
Wieviel Luke Slater in der Musik zu Egopoint steckt:
Jedes Stück Musik ist er selbst, sagt Luke Slater. In Nadjas Choreografien wird die Suche von Menschen nach den tief verborgenen, inneren Selbst zum Thema. Da gibt es Parallelen zum Eskapismus, der in Clubs wie dem Berghain Gestalt annimmt. Sie sind Orte, zu den Menschen gehen um sich frei zu fühlen und aus dem Alltag zu flüchten. Luke sieht diesen Eskapismus als eine Art Suche nach dem Ego und nach der Seele. Techno bekommt so etwas von Religion – mit der Art und Weise wie die Musik im Klub aufgeführt wird, der Erzeugung einer bestimmten Atmosphäre und der Musik… Genau diese Dinge sieht Luke in seinem Stammclub Berghain besonders gut umgesetzt. Außerhalb des Clubs mag Techno vielleicht befremdlich sein, aber Luke sieht es positiv: die Musik gelangt zu Menschen, die sie sonst nie erreichen würde. Für ihn als Künstler ist das großartig: er kann in Bereiche eindringen, die bis dahin unzugänglich waren.
Wir verlosen 2×2 Freikarten für die Vorstellung am Sonntag, dem 29.11. im Haus der Berliner Festspiele!
Klicke hier, um mit dem Kennwort “EGOPOINT” an der Verlosung teilzunehmen. Einsendeschluss ist am 28.11.2009, 15h!
(Tim Thaler / AlxndR)
(Danke an NovaFutures für den Hinweis zur Berichtigung!)



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