Mi
3/2 ’10
21:00
 

CTM: Monadic Zero


mit OM, Habsyll, Hildur Gudnadottir

Habsyll

WMF und Metal? Die Club Transmediale machts möglich. Schließlich finden die trippigen, düsteren experimentellen Klangkaskaden langhaariger Musiker unter Musikkennern seit ein paar Jahren verstärkt Gehör. Und wenn draußen seit Wochen nur authentischstes Berlin-Grau am Himmel steht, dann ist genau jetzt die richtige Zeit für ein bisschen Melancholie, Ruhe und Tiefe.

Das französische Trio Habsyll veröffentlichte ihr Debut-Album “MMVIII” in einer Verpackung, die sich in 8 Streifen Schwarz ausklappen läßt. Das ist zugleich ein Statement, das auf lakonische Weise die Ästhetik der Musik selbst benennt: Es handelt sich um 45 Minuten Sludge Metal, die auf nur zwei Tracks verteilt sind. Raumfüllend und ahnungsvoll beschwört ihr düsterer Sound Black Sabbath herauf – begraben in den Tiefen eines Teermoors.

Die zweite Band des Abends ist OM. Der Name führt einen nicht völlig in die Irre. In der Tat erinnert ihre Musik manchmal an Yogastunden, allerdings verschwindet diese Assoziation spätestens beim Einsetzen der Gitarre. Der Bandname leuchtet den Weg. Die Band erzeugt eine einnehmende Klangdramaturgie aus scheppernden Perkussionen, angezerrten Bassgitarren und der durchdringenden Stimme von Al Cicneros. Kein Sound, um in irgendein Shakra zu atmen, aber was zum Anhören und Genießen.

Hildur Guðnadóttir

Als Cellistin bereicherte Hildur Gudnadottir schon verschiedene musikalische Projekte, so etwa The Knife, Animal Collective und Múm. Aber die Isländerin komponiert auch selbst und veröffentlicht Platten unter ihrem eigenen Namen. Auf ihrer letzten LP “Without Sinking” (2009, Touch) sind reduktionistische Instrumentierungen zu hören, die eine hochverdichtete Narration innerhalb der monochromen Idylle strenger Celli-Tonalitäten enthalten.

WMF, Klosterstraße 44, Berlin-Mitte, U-Bahn: Klosterstraße

(von Joey Hansom / Helena Lingor / Nicole Winzer)

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