Sa
13/2
23:00
 

Remember The Future


mit Pinch, Slugabed, Ghostleigh, Blue Daisy, Illum Sphere, Hops, Sleepwalker B2B Omit, Jahrlatan, Twra

Sirius Art by RaspelVor fünfzehn Jahren war Drum’n'Bass das Nonplusultra elektronischer Tanzmusik. Zur Jahrtausendwende verschwanden die gebrochenen Hochgeschwindigkeits-Rhythmen von der Bildfläche. Von einer kreative Krise war seitdem beständig die Rede: Ähnlich wie Trance verkam der Stil zum massenkompatiblen Partysound, der langweilte, weil auf Knopfdruck nur noch abgehalfterte Klischees abgerufen wurden. Seit drei Jahren sind die unregelmäßig getakteten Rhythmen wieder groß in Mode – jedoch extrem verlangsamt.

Zuerst nannte sich das Ganze Grime und hatte mit MCs einen starken Bezug zu Hiphop, klang schnell und dreckig produziert und wurde von den Piratenradios Londons verbreitet und abgestrahlt. Danach wurde es jedoch weitgehend instrumental, ausgefeilter und melodiöser – und nannte sich Dubstep. Im Grunde genommen wachten die Produzenten in London nur aus einem Winterschlaf auf: Bereits zu Hochzeiten des Vorgängers Drum’n'Bass existierten experimentellere, langsamere Stücke, welche den Klang von Dubstep vorwegnahmen.

Der Siegeszug von Dubstep als ein innovatives Genre ist jedenfalls in vollem Gange. Das Genre saugt wie ein schwarzes Loch die Einflüsse vieler anderen Stile an und spuckt fröhliche Bastarde heraus. Dabei bewegen sich Künstler und Songs immer mehr in Richtung Pop und Radiotauglichkeit: Ob nun Dizzee Rascal mit Nintendo-Elektro und Bass “Bonkers” abgehen lässt oder Wiley mit R’n'B-Sängerin Emile Sante eine geschmeidige Pop-Nummer abliefert. Die “Remember The Future”-Nacht im WMF gehört hingegen den experimentelleren Dubstep-Hybriden, die vor allem auf den Labels Planet Mu und Tectonic ihr zu Hause haben.

DJ Pinch

Headliner dieser Partynacht ist Pinch aus Bristol, Herkunftsstadt von Massive Attack und Tricky. Der junge Produzent erschien 2006 auf der Bildfläche und gehört mit weniger als einem Dutzend Singles zu den großen Namen in der Dubstep-Szene. Seine Tracks baden in dunkler Sexiness; Bassvibrationen formen organische, wabernde Klangbetten, die durch helle Claps zerschnitten werden. So werden widerstrebende Elemente vereinigt: Einerseits signalisieren Elektronika-Anleihen eine aggressive, coole Melancholie der Abgrenzung, andererseits lässt die Rhythmik die Schwingungen der Tracks auf die Tanzenden überspringen. Die Ende 2009 veröffentlichte Single “Get Up” mit Sängerin Yolanda besticht durch einen ähnlichen Kontrast: der helle Soulgesang schwingt in düsteren Hallräumen, welche durch elektrische Basswellen aufgespannt werden.

Außerdem sind in dieser Nacht aus Großbritannien am Start: die Cyberfunk-HipHopper Slugabed, die Hiphop-Collagen aus flirrender Casio-Elektronika basteln, Blue Daisy mit knisterndem Lagefeuer-Ambient-House und Illum Sphere aus Manchester. Letzterer ist öfter im Gefolge des Bit-Hoppers Hudson Mohawke unterwegs und produziert beschwingte Elektronika-Soundtrack-Collagen. Aus hiesigen Breiten gesellen sich dazu: Ghostleigh, Hops, Sleepwalker vs. Omit und Jahrlatan. Das WMF darf sich bei TWRA von den Sirius-Parties bedanken, dass nach der Club Transmediale erneut ein Event stattfindet, mit dem sich der Club in der Klosterstraße als Berlins derzeit entdeckungsfreudigster Klangraum beweisen kann.

WMF, Klosterstraße 44, Berlin-Mitte, U-Bahn: Klosterstraße

Wir verlosen 2×2 Freikarten für DJ Pinch im WMF!

Klicke hier, um mit dem Kennwort “PUNCH” an der Verlosung teilzunehmen. Einsendeschluss ist am 13.02.2010, 15h.

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