Jürgen Teipel liest aus “Ich weiß nicht”
Jürgen Teipel hat mit dem Roman “Verschwende Deine Jugend” nicht nur der Punk- und NDW-Bewegung sondern der ganzen Jugendkultur ein Denkmal gesetzt. Gerade ist sein neues Buch erschienen: “Ich weiß nicht”. Wie schon in seinem ersten Buch geht es eigentlich um die Liebe zu scheinbar nutzlosen Dingen, um die Schönheit, die sich einem erschließt, wenn man über sich selbst hinaus denkt und um die Hingabe an etwas, dass sich nicht mit Geld und Statussymbolen der Leistungsgesellschaft messen lässt. Vielleicht meint das auch sowas wie Idealismus, auf jeden Fall geht es um die magischen Momente, für die wir eigentlich alle leben, auch wenn wir es noch nicht wissen. Alles spielt sich um ein Techno-Festival in Mexiko-City ab, dass für drei Personen zu einem Ort der Offenbarung wird. Am Donnerstag, dem 4.3., liest Jürgen Teipel ab 20h aus seinem Roman im Haus der Kulturen der Welt in Berlin-Tiergarten. Das Buch ist, wie die Widmung besagt, “Für Alle” und der Eintritt zur Lesung frei.
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin-Tiergarten, U-Bahn: Bundestag



Die Sprache des Erzählers in Jürgen Teipels Kurzroman “Ich weiß nicht” ist nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern stellenweise unerträglich. Hier erzählt kein Literat, sondern ein durchgeknallter Freak, der eine Vorliebe für das Wort “total” hat. Was dem Leser nach einigen Seiten total auf die Nerven geht. Eigentlich geht es um Selbstfindung, doch kommt Teipels Roman nur selten über Banalitäten und einen esoterischen Anflug der Handlung hinaus. Das Buch ist eine Zumutung für den Leser und wohl am besten mit ein paar Haschkeksen zu ertragen, wie sie auch im Roman ständig geknabbert werden.
Hallo Herr Petrikowski,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben Recht, der Ich-Erzähler ist kein Literat, sondern ein vielleicht ungefähr 17Jähriger, der – wie man im Laufe des Buches erfährt – sogar noch bei seiner Mutter wohnt. Die Ereignisse des Romans sind daher aus seiner, sicher oft naiven, Perspektive und Sprache geschildert, nicht in der von Herrn Teipel. Bestimmt haben sie auch schon mal den Begriff des “unzuverlässigen Erzählers” gehört, der hier vielleicht einen anderen Blickwinkel auf das Erzählte öffnen kann. Man kann dann natürlich immer noch darüber diskutieren, ob der Roman nun mehr oder weniger gelungen ist und ob er die Ansprüche an einen Zeitgeistroman erfüllt und vielleicht auch, ob dies überhaupt das Anliegen des Buches war. Ich denke aber, eine fundierte Kritik sollte wenigstens ein paar Überlegungen zu so elementaren literarischen Strategien, wie der Unterscheidung zwischen Autor und Ich-Erzähler, aufbringen.
Grüße, Helena Lingor.