Eve­nings — Lately

Jetzt wird’s medi­ta­tiv! Die zweite Down-Tempo-EP „Lately” von Eve­nings sorgt wie das Debüt „North Dorm” für voll­ends har­mo­ni­schen und fried­vol­len Hör­ge­nuss für Stadtbaustellen-geplagte Ohren. Nathan Broad­dus steckt hin­ter dem instru­men­ta­len Ambient-Projekt, er ist Musik­stu­dent an der Ost­küste der USA, inten­si­ver Online–Zwit­sche­rer, hat syri­sche Wur­zeln und eine Vor­liebe für ver­staubte, längst ver­ges­sene Fotos wie Videos. Soweit, so gut.

Doch was genau macht seine elek­tro­ni­schen Kom­po­si­tio­nen so inter­es­sant? Zunächst ein­mal fällt die eigen­wil­lige Titel­be­schrei­bung auf, die sich ver­schie­de­ner Spra­chen und Son­der­zei­chen bedient. Kein Wun­der, denn geschrie­ben hat Broad­dus sein Album in Frank­reich. Das klang­li­che Resul­tat wird in ame­ri­ka­ni­schen Blog­gers­phä­ren gefühls­mä­ßig als nach­denk­lich, modern, gut-arrangiert und bewe­gend wahr­ge­nom­men (Turn­ta­ble Kit­chen). Auch BLN.FM hörte genauer hin, ent­deckte dabei per­kus­sive Fein­hei­ten und alea­to­ri­sche Songstrukturen.

Das Intro besticht mit zufäl­lig gespiel­ten Melo­dien und pochen­dem, dump­fen Bass. Die­ser Kon­trast von unru­hi­gen, fast chao­ti­schen Tönen auf der einen und einer fun­dier­ten, zuneh­mend viel­sei­ti­gen Rhyth­mik auf der ande­ren Seite taucht in fast allen Tracks auf. Der Titel „Lo-Vélo” geht leicht ins Ohr, denn er wirkt durch seine durch­bro­chene Tex­tur und fein­füh­lige Melo­die­li­nien, durch helle Röh­renglo­cken und dem Ein­spie­len läs­sig gespro­che­ner Wort­fet­zen sehr leb­haft. Der Stil erin­nert an Trip-Hop.

In nach­fol­gen­den Tracks, wie „[I] Softly, We Go..” set­zen sich gezupfte Sai­ten einer Akustik-Gitarre und Auf­nah­men ver­schwom­me­ner, teils undurch­sich­ti­ger Umge­bungs­ge­räu­sche (Mee­res­rau­schen, Stim­men­ge­wirr) durch. Die ein­fach gestrick­ten Sam­ples und syn­ko­pier­ten Break­beats hat Broad­dus per Live Con­trol­ler Akai APC 40 ein­ge­fügt. Was dabei her­aus­springt fühlt sich an wie etwas har­mo­ni­sches Gan­zes; ein dif­fe­ren­zier­ter, wand­lungs­fä­hi­ger Sound tritt ans Licht. Jeder Song wird durch ein Fade-in sanft an den Hörer her­an­ge­tra­gen. Zarte Kla­vier­töne und –tril­ler, ein flö­ten­ar­ti­ger Loop und ein geschickt ein­ge­setz­ter ori­gi­nal Regen­schauer im fina­len Track „[Lately] See You Soon” bil­den einen wei­te­ren Höhe­punkt auf die­ser Platte.

Eve­nings erschaf­fen eine sur­reale Klang­welt durch Slow-Motion-Ästhetik, Laid-back-Arrangements und nut­zen offene, teils will­kür­li­che Struk­tu­ren. Mit­hilfe der Rhyth­mi­sie­rung und Mani­pu­la­tion natür­li­cher Geräu­sche, Instru­mente und Stim­men wird eine ruhige, wirk­lich bezau­bernde Atmo­sphäre her­auf­be­schwört. Diese expe­ri­men­tel­len, klang­li­chen Kost­bar­kei­ten legen wir Euch wärms­tens ans Herz!

Pre­view:

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Track­list:

  1. [Intro] Jæune Reflection
  2. Genève
  3. ////
  4. Lo-Vélo
  5. [I] Softly, We Go..
  6. x
  7. [II] Leees
  8. Saône
  9. Aisle, It Blooms
  10. [Lately] See You Soon

(Unsigned/Band­camp Inc.)

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