Arabischer Frühling im europäischen November

Demonstrationen und Unruhen, das sind die üblichen Bilder aus dem Nahen Osten. Trotz der schweren Bedingungen ist in den letzten Jahren in der arabischen Welt eine Künstlergeneration in Erscheinung getreten, die sich mit der Situation in ihren Ländern auseinandersetzt. Im Hebbel am Ufer wird vom 2. bis 7. November 2011 die Reihe “Conflict Alt Esc – News aus Bagdad, Beirut, Jaffa und Kairo” mit Filmen, Peformances, Lesungen und Diskussionen zum Thema Nahost gezeigt. Präsentiert wird die Kunstreihe von verschiedensten Künstlern aus dieser Region.
Die Künstler können Antworten darüber geben, warum es 2010 zum Arabischen Frühling kam – und wie der Stand der Dinge im Herbst 2011 ist. In ihren Beiträgen zeigen sie die Ignoranz der Herrschenden, beschreiben die kaputten Gesellschaften und dokumentieren den Zerfall vieler Städte wie Jaffa, eine der ältesten Städte in Israel. Andere Künstler beschäftigen sich mit dem Zufall als zentralen Faktor im Leben in Nahost. In Libanon war das Überleben im Bürgerkrieg letztendlich eine Frage des Zufalls – das hat das Unterbewusstsein der Menschen nachhaltig geprägt. Künstlern aus dem Irak geht es darum zu zeigen, wie schwer es ist, kreativ zu bleiben in einem Alltag der geprägt ist von Ungewissheit und der Angst vor Verlust.
Der Nahost-Konflikt zwischen Palästina und Israel spielt auch in Zeiten des Arabischen Frühlings eine wichtige Rolle im Leben der Menschen. Der palästinensischen Regisseur Kama Aljafari erzählt im Film “Port of Memory” von seiner Familie, die nach einem Behördenentscheid ihr Haus in einem ehemals wohlhabenden Bezirks Jaffas räumen muss. So wie dieser Familie geht es vielen Palästinensern in Israel: sie fühlen sich hilflos angesichts der absurden Situation, mit der sie täglich konfrontiert werden.
Die libanesische Regisseurin Dima El-Horr berichtet in „Every Day is a Holiday” von Frauen, die ihr Leben zurückerobern wollen: Drei Frauen begegnen sich in einem Bus, der sie durch vermintes Gelände zu einem Gefängnis bringt. Die Reise läßt sie von Liebe, Sinnlichkeit und Ruhe träumen und nachdenken, was ein erfülltes Leben ausmacht.
Alle Vorführungen, Diskussionen und Filme sind im Programm auf der HAU-Seite zu finden. Der arabische Frühling ist im HAU allgegenwärtig.
“Conflict Alt Esc” vom 2. bis 7. November im Hebbel Am Ufer, Stresemannstr. 29, Berlin-Kreuzberg, S-Bahn: Anhalter Bahnhof



danke für diesen artikel! arabische filme gibt es diese tage aber nicht nur im HAU, sondern das ist nur teil des ALFILM, des arabischen Filmfestivals Berlin (link s.o.) mit vielen anderen filmen u.a. im babylon, alhamra, rollberg usw.! großen dank!
hier noch der link: http://www.alfilm.de/